Archiv der Kategorie 'SEPA Bruchsal'

26
Aug
09

Warum hat die Stadt Bruchsal nicht das Postgebäude erworben?

Die Post entledigt sich bundesweit ihrer Immobilien. Erste Ansprechpartner sind – trotz Privatisierung der Post – die Vertreter der öffentlichen Hand. Man kennt sich eben schon länger und weiß um seine (kommunal-) politische Verantwortung.

So konnten die erstaunten, d.h. nicht-informierten Gemeinderäte der Stadt Bruchsal vor eineinhalb Jahren der „Bruchsaler Rundschau“ entnehmen, dass OB Bernd Doll das Postgebäude erwerben will, um darin Rathausräume einzurichten.

Das Vorhaben schaffte es zwar in die Zeitung, aber nie in den Gemeinderat. Endgültig. Denn das Gebäude erwarb der Bruchsaler Investor Fränkle, um, unter anderem, dort ein Ärztehaus einzurichten (die BNN berichtete hierüber ebenfalls). Dieses Projekt führte zu Unmut und Verstimmungen, weil parallel der Landkreis ein Ärztehaus am Krankenhaus plant und man sich damit schon ein wenig in die Quere kommt. Das alles hat den (scheidenden) Bruchsaler Oberbürgermeister wenig irritiert.

Er verzichtete auf den Erwerb der Post und damit auf den Erwerb von Räumen, die zum Rathausbetrieb geeignet wären.

Ein durchaus erstaunlicher Vorgang, denn das Post-Areal mit über 3.500 qm Fläche liegt an strategisch wichtiger Stelle der Stadt, zwischen Bahnhof und Innenstadt und war ein Kauf-Muss für die Stadt. Auch wäre zu hinterfragen, zu welchem Preis die Post der Stadt die Immobilie angedient hat. Denn typischerweise verlassen solche Immobilien das Post-Vermögen nicht gerade zu überhöhten Preisen. Offiziell war nicht in Erfahrung zu bringen, was der Investor für den Erwerb aufwenden musste. Aber vielleicht nutzt der Oberbürgermeister seine letzte Sitzung, um den Gemeinderat über seine Beweggründe aufzuklären.

26
Aug
09

Bruchsals SEPA-Projekt: Wo arbeiten die Rathausmitarbeiter künftig?

Das SEPA-Projekt läuft, der Baukran steht, der Rathausumbau steht bevor – und kein Stadtrat weiß, wo die Mitarbeiter künftig wie arbeiten. Der dafür verantwortliche OB geht demnächst in Ruhestand – ein gar köstlicher Zustand.

Aus zuverlässiger Quelle verlautet, dass mit dem Ruhestand des Personalratsvorsitzenden de Bortolie der Personalrat nicht mal eine neue Führung hat. Vielleicht deshalb? Oder wissen die Mitarbeiter irgendwie irgendwas?

Jeder Gemeinderat weiß: Die Stadt hat 1.065 qm Ersatz-Bürofläche im SEPA-Neubau auf dem Marktplatz angeboten bekommen. Dort sollten im Dachgeschoss die Flächen entstehen, die die Stadt braucht, um die im Erdgeschoss des Rathauses wegfallenden Rathausräume zu bekommen.
Hierüber entbrannte im Gemeinderat Streit: Denn die Stadt sollte ursprünglich an die 13 €/qm löhnen. Die CDU setzte wohl durch, dass es nicht mehr als 10 € pro Quadratmeter sein dürfen. Seit dem herrscht auf dieser Baustelle Funkstille. Es ist nur zu hören, dass im Dachgeschoss plötzlich ein Fitnesscenter entstehen soll (siehe den gesonderten Bericht hierüber).

Stadtrat Schmitt diente der Stadt als Ersatz Räume im Siemens Technopark an, die er zu außerordentlich günstigen Konditionen mit Siemens (vor-) verhandelt hat. Dieser Vorschlag wurde offiziell nicht zur Kenntnis genommen – liegt aber jedem Stadtrat vor.

Eine Rückfrage in der letzten Sitzung vor der Sommerpause beantwortete Doll mit der lapidaren Antwort: „Es ist noch nicht ausverhandelt“. Das Ergebnis bekommt wohl der Gemeinderat in der letzten Doll-Sitzung überhaupt zum Abnicken präsentiert.

Das „Bruchsaler Wochenblatt“, immerhin, weiß, wo vorübergehend die Rathausmitarbeiter arbeiten dürfen/sollen/müssen: unter anderem in der Dragonerkaserne – dort stören sie den Betrieb der gescheiterten „International University“ nicht mehr.Aber wo arbeiten die Rathausmitarbeiter endgültig?

Aufschluss geben womöglich Bruchsaler Handwerker, vielleicht der Innenausbauer V. Dieser weiß zu berichten, dass er im alten Postgebäude (siehe den gesonderten Artikel) Räume für modernen Bürobetrieb umbaut: Für die Bruchsaler Stadtverwaltung als kommenden Mieter.

Da gerät man schon ins Schwärmen. Die Stadt kauft die Post nicht und mietet sich für absehbar teures Geld in dieselbe ein. Aber vielleicht wird der Mietvertrag ja ein Schnäppchen? Allerdings muss man wissen, dass Rathausräume nicht mal so vorübergehend angemietet werden. Das geht nur langfristig und rechnet sich zwingend für den Vermieter, denn einen besseren und zuverlässigeren Mieter als die öffentliche Hand gibt es nicht.

Aber noch war’s ja nicht im Gemeinderat.

26
Aug
09

Bruchsals SEPA-Projekt: Ein neuer Gegner hat sich geoutet!

Es geschah auf einer Personalversammlung der Stadt Bruchsal.

Thema: Neue Rathausräume, Umzug (wir berichteten).

Die grummelnden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekamen unerwartet Zuspruch, und zwar von allerhöchster Stelle. Der Bruchsaler Oberbürgermeister, der noch kurz vor Amtsende den SEPA-Grundstein beschriften darf, outete sich als Projekt-Gegner.

Er, so der demnächst Scheidende, würde das Projekt liebend gerne stoppen (: liebe Mitarbeiter!), kann aber nicht. Denn den Beschluss, das Projekt zu bauen, habe der Gemeinderat gefasst und denn könne und dürfe er nicht stoppen.

Na dann!

26
Aug
09

Bruchsals SEPA-Projekt: Warum der Neubau auf dem Marktplatz ein so grosses Dachgeschoss erhält.

Das Denkmalamt hat es bereits massiv beanstandet. Das Dachgeschoss des SEPA-Neubaues auf dem Marktplatz. Durch das dort entstehende Vollgeschoss, so das Denkmalamt, entstünde eine „Schlucht“ zur Stadtkirche hin und, außerdem, bedränge das Dachgeschoss die Dachfläche der Stadtkirche.

Naheliegender Vorschlag: Der Bauherr möge von der Stadt gebeten werden, doch die Fläche dort zu verkleinern und das Geschoss „zurückzunehmen“.

Hierzu äußerte sich Bruchsals Stadtplanungschef Müller lapidar: Geht nicht, brauchen wir. Er wollte damit sagen, dass im Dachgeschoss 1.065 qm Bürofläche für das Rathaus entstünden, die man ohne Wenn und Aber brauche.

Der Leser erinnert sich: In der Ursprungsplanung, ebenfalls vom Denkmalamt beanstandet, sollte eine Brücke Rathaus und Neubau zum Zwecke der Verkürzung der Rathaus-Laufwege verbinden. Diese Brücke wurde sodann feinfühlig weggelassen, nicht jedoch das Dachgeschoss umgeplant, obwohl jetzt dort keine Rathausräume entstehen sollen. Dort soll jetzt ein Fitnesscenter (!) seinen Betrieb aufnehmen.

Wüsste nicht jeder Leser sowieso, dass hier über ein Bruchsaler Bauprojekt geschrieben wird, er wüsste es spätestens jetzt.
Denn wo, außer in Bruchsal, ist es möglich, dass denkmalpflegerische und stadtplanerische Belange außen vor bleiben, nur um ein großes Fitnesscenter zu errichten (wir haben ja kaum welche..).

26
Aug
09

Bruchsals SEPA-Projekt: Auf dem Immobilienmarkt erhältlich!

Erstaunliche Neuigkeiten durften Kenner des Gewerbeimmobilienmarktes zur Kenntnis nehmen. Die SEPA bietet ihr Bruchsaler Projekt auf dem Markte feil.

Wer will, kann es haben. Da staunt der kommunalpolitisch versierte Bruchsaler. Wie geht das denn? Denn der Gemeinderat hat ein Projekt beschlossen, bei dem alles, aber wirklich alles eingetütet war. Von der Planung, über den Bau, die Mieter und den künftigen Eigentümer. Nämlich ein Immobilienfond der bayerischen Landesbank, die allerdings leider derzeit ein wenig schwächelt. Kann das der Grund sein, warum solvente (und risikobereite) Menschen in Bruchsal zugreifen können?




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