Die Post entledigt sich bundesweit ihrer Immobilien. Erste Ansprechpartner sind – trotz Privatisierung der Post – die Vertreter der öffentlichen Hand. Man kennt sich eben schon länger und weiß um seine (kommunal-) politische Verantwortung.
So konnten die erstaunten, d.h. nicht-informierten Gemeinderäte der Stadt Bruchsal vor eineinhalb Jahren der „Bruchsaler Rundschau“ entnehmen, dass OB Bernd Doll das Postgebäude erwerben will, um darin Rathausräume einzurichten.
Das Vorhaben schaffte es zwar in die Zeitung, aber nie in den Gemeinderat. Endgültig. Denn das Gebäude erwarb der Bruchsaler Investor Fränkle, um, unter anderem, dort ein Ärztehaus einzurichten (die BNN berichtete hierüber ebenfalls). Dieses Projekt führte zu Unmut und Verstimmungen, weil parallel der Landkreis ein Ärztehaus am Krankenhaus plant und man sich damit schon ein wenig in die Quere kommt. Das alles hat den (scheidenden) Bruchsaler Oberbürgermeister wenig irritiert.
Er verzichtete auf den Erwerb der Post und damit auf den Erwerb von Räumen, die zum Rathausbetrieb geeignet wären.
Ein durchaus erstaunlicher Vorgang, denn das Post-Areal mit über 3.500 qm Fläche liegt an strategisch wichtiger Stelle der Stadt, zwischen Bahnhof und Innenstadt und war ein Kauf-Muss für die Stadt. Auch wäre zu hinterfragen, zu welchem Preis die Post der Stadt die Immobilie angedient hat. Denn typischerweise verlassen solche Immobilien das Post-Vermögen nicht gerade zu überhöhten Preisen. Offiziell war nicht in Erfahrung zu bringen, was der Investor für den Erwerb aufwenden musste. Aber vielleicht nutzt der Oberbürgermeister seine letzte Sitzung, um den Gemeinderat über seine Beweggründe aufzuklären.