30
Sep
09

Der kommunalpolitische Intimfeind… (von Bernd Doll) textet Redakteur Streib im “Südwestecho” der BNN

Der kommunalpolitische Intimfeind…(von Bernd Doll)

… textet BNN-Redakteur Daniel Streib in den Badischen Neuesten Nachrichten im „Südwestecho“

Streib meint den Verfasser dieses Textes. Nun empfindet sich dieser durchaus als – entschiedenen – politischen Gegner, weniger jedoch als persönlichen Feind. Diese Bewertung mag Bernd Doll vornehmen.
Diese seine Bewertung mag Doll auch dazu veranlasst haben, durchaus persönlich gegen den politischen Gegner Schmitt vorzugehen. Hierfür gibt es vier (!) Beispiele, die nach der Lektüre der BNN vom 29.9.2009 zitierpflichtig sind.
Am persönlichsten ist der Vorwurf der üblen Nachrede, den der Verfasser dieses Textes gegen den Oberbürgermeister erhoben hat – erheben musste und den Streib heute zitiert und zwar mit dem Hinweis, alle Vorwürfe haben sich als haltlos erwiesen, den armen Doll aber gesundheitlich belastet.

Es ist, das Gefühl teilen, wie ich denke, alle Leser, wenig vergnüglich in der Stadt zu hören, man „verprügle seine Frau“. Denn dieser „Fakt“ wurde vom Oberbürgermeister in der Stadt verbreitet. Nun – ich verprügle weder meine eigene Frau (richtiger: Freundin), auch keine fremden Frauen. Ich „verprügele“ wenn überhaupt (verbal), politische Gegner, zu denen sich zu Recht Bernd Doll zählt.

Aufklärung über den unappetitlichen Vorgang gibt schon fast zur Gänze eine gar wunderliche Textstelle, die dem Schreiben der Staatsanwaltschaft Karlsruhe (Einstellung des Strafverfahrens gegen Doll) vom 6.10.2004 zu entnehmen ist:
„Gerade aufgrund der Einordnung der üblen Nachrede in den Gesamtzusammenhang der genannten lokalpolitischen Korruptionsaffäre (=Schmiergeldaffäre) sind andere (!) Maßstäbe anzulegen.“ Will sagen, die üble Nachrede kann einem (exklusiv: einem Machtinhaber) ja mal in der Hitze des Gefechts unterlaufen. Und nun folgt der Kampfsatz der Staatsanwaltschaft, zu der Doll eher freundschaftliche Beziehungen unterhält bzw. unterhalten hat: „Eine Befriedung der lokalen politischen Situation würde durch Erhebung der öffentlichen Klage nicht eintreten; eher ist mit dem Gegenteil zu rechnen (!!).“ Heureka. Schade, dass ich kein Oberbürgermeister war. Das gleiche dürfte der Ex-MdB Jörg Tauss denken. Da ist die Staatsanwaltschaft staatstragend. Ist ja auch ihre Aufgabe, die sie offensichtlich äußerst großzügig im Sinne der Macht-Inhaber interpretiert.
Das alles schreibt die Staatsanwaltschaft, die zuvor richtig zur Sache feststellt: „Der Tatbestand der üblen Nachrede ist (..) erfüllt, da bereits die Weitergabe eines Gerüchtes als solches an eine weitere Person ein Verbreiten einer (unzutreffenden) Tatsache darstellt. De Inhalt des Gerüchts, der Anzeigeerstatter schlage seine Frau, ist geeignet, diesen verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen.“
Tja. Man kann bzw. muss die Sache mit der Korruptionsaffäre auch anders herum sehen. Doll redet den Hauptkritiker in der Korruptionsaffäre um seinen politischen Intimfreund Udo Schäfe übel nach, um Schmitts Kritik zu entwerten. Darum handelte es sich in der Tat, denn Doll versuchte nach Bekanntwerden der Korruptionsaffäre alles um Schäfer zu decken, und, wie Sie lesen können, mehr als bürgerlich und politisch zulässig ist, um den „Hauptkritiker“ menschlich zu entwerten.

Das dieser Vorgang auch kein Ausrutscher Dolls war, wissen alle, die ihn kennen. Denn Doll war in der Wahl seiner Mittel das Gegenteil von zimperlich. Der Zweck heiligte immer die Mittel und rechtliche Erwägungen waren Bernd Doll gleichermaßen fremd. Man könnte vermuten, der OB dieser Stadt habe sich noch nie in seinem Leben mit einem Gesetz oder einer Verordnung befasst.

Nun Causa 2: Das Landgericht Karlsruhe wies mit Urteil vom 31.10.2003 eine Klage des „Hauptkritikers“ und vermeintlichen „Intimfeindes“ wegen grober Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte mit einer interessanten Begründung ab. Doll habe zwar grob in rechtlich beanstandenswerter Weise Persönlichkeitsrechte von Schmitt verletzt, doch der Kläger habe, so das Gericht, die Klage falsch gewählt: „Der Beklagte Doll hat erkennbar nicht in seiner Eigenschaft als Privatperson gehandelt, sondern ist in seiner Funktion als Oberbürgermeister der Stadt Bruchsal tätig geworden. Damit ist sein Vorgehen (…) eine Amtspflichtverletzung gemäß §§ 839,1004 BGB, für die gemäss Artikel 34 GG die Stadt Bruchsal haftet.“ Schmitt hätte nicht Doll als Person, sondern als Amtsinhaber anzeigen müssen. Es gibt also doch Unterschiede zwischen „Person Bernd Doll“ und „Oberbürgermeister Bernd Doll“, eine Unterscheidung, die dem Amtsinhaber völlig abging.
Man mag mir nachsehen, dass mir die Lust fehlte, erneut ein Verfahren, diesmal gegen den Oberbürgermeister der Stadt Bruchsal – vor dem Verwaltungsgericht – anzustrengen.
Ach so. Worum ging es eigentlich? Natürlich wieder einmal um eine Affäre. Nicht um die Schmiergeldaffäre (siehe oben), sondern um die Merkur-Cubanita-Affäre. Der etwas unaufmerksame Fax-Versender Schmitt schickte ein an seinen Rechtsanwalt adressiertes Fax irrtümlich an die Stadt Bruchsal. Doll kopierte das Fax und verteilte es freudig erregt an die Fraktionen im Gemeinderat, zumal Interna über die SPD drin standen. Das Gericht befand, dass Doll damit gerade nicht, wie selbst behauptet, um sachliche Klärung bemüht war, sondern nur darum Öl ins Feuer zu gießen. Der Text des Urteiles, für die, die so was lesen, ist „angehängt“.
Dritter und vierter Fall sind die genannten Affären. Korruption und Merkur-Cubanita. Auch hier langte der scheidende OB in die Schmutzkiste, die unverzichtbarer Bestandteil seines politischen Instrumentariums war. In der Korruptionsaffäre verfasste er selbst (bzw. ließ verfassen) ein Schreiben an alle Gemeinderäte, in unverblümt Schmitt Missbrauch seiner Stadtratsfunktion vorgeworfen wurde. Der Missbrauch bestand in der Forderung von Schmitt an Udo Schäfer, den damaligen Fraktionsvorsitzenden der CDU, er möge doch bitte wegen Schmiergeldempfang zurücktreten. Schäfers Rücktritt wurde erst vollzogen, als der SWR über die Affäre berichtete.
Jetzt muss man nur noch wissen, wer das besagte Schreiben unterzeichnet hat? Der Personalratsvorsitzende (!) war so freundlich. Ein rathausinternes email der Sekretärin Dolls an den „lieben Bernhard“ gab Aufschluss. Der Personalratsvorsitzende unterschrieb brav die Brief-Vorlage seines Chefs.
Bleibt Nummer 4, die Merkur-Cubanita-Affäre. Hier mühte sich Doll nach Kräften Schmitt für alle Zeiten aus dem Verkehr zu ziehen. Der damaligen BNN-Bruchsal-Chef Kuld assisierte. Kuld nutzte jede Gelegenheit gegen Schmitt vom Leder zu ziehen. Ein Kuld-Artikel schaffte es bis ins Schönborn-Gymnasium. Arbeitstitel dort: Manipulatives Umgehen mit der Wahrheit.
Ein von Doll initiierter Kuld-Bericht beendete dann jäh das Zusammenspiel zwischen Presse und Rathaus. Die Chefredaktion in Karlsruhe schritt ein und erzwang einen korrigierten Bericht der Lokalredaktion.
Das vorstehend Niedergeschriebene ist kein Resumee der Doll-Regentschaft aus Sicht des „Intimfeindes“, sondern nur eine Auseinandersetzung mit dem Bericht der Bruchsaler Rundschau vom 29.9.2009.

Jürgen Schmitt

N.S.
Übrigens: Das Dollsche Foto auf der Lokalseite in der gleichen Ausgabe (29.9.) ist genau genommen besonders dreist. Denn es zeigt Doll mit Blick auf die Stadt. Eine Ansicht, die bei einer Realisierung des Schäferschen Hochhaus-Projektes nicht möglich gewesen wäre. Und genau damit hat die Korruptionsaffäre zu tun und die von Doll eingeräumte „Weitergabe“ des „Fakts“ Schmitt prügele seine Frau. Denn die Staatsanwaltschaft zitiert Doll sinngemäss: „Seiner eigenen Einlassung nach ging es ihm unter anderem darum, den noch unklaren Wahrheitsgehalt der Korruptionsvorwürfe gegen dem damaligen Fraktionsvorsitzenden der CDU mit dem ebenfalls fragwürdigen (!) Wahrheitsgehalt dieses Gerüchtes in Bezug zu setzen“.

N.S. II
Wie jetzt zu erfahren war, ist der Fraktionsvorsitzende als Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien GmbH damals zwar wegen der Schmiergeld-Entgegennahme entlassen worden, durfte aber weiter mit der Sparkasse Immobiliengeschäfte machen – auch und gerade in Marbella (Spanien). Dort logierte Doll im Urlaub. Ein Dankesschreiben aus Spanien, das Dolls Bemühungen im spanischen Immobiliengeschäft zeigt, liegt vor.
Noch Fragen?

27
Aug
09

“Fragmentierte Märkte”

In der heutigen FAZ gab das Blatt ein Interview mit dem Chef der Douglas-Holding, Henning Kreke, zum besten.

Kreke wurde zu den Aussichten des Douglas-Konzerns (Juwelier Christ, Thalia-Buchhandlungen, Douglas-Parfümerien, Hussel Süßwaren und die Bekleidungshäuser Appelrath-Cüpper) befragt. Damit wollte die FAZ die Situation des deutschen Einzelhandels beleuchten. Der Versuch ist nicht gelungen.

Denn Kreke sorgt sich, wenig überraschend, nicht um die Situation des deutschen Handels, sondern um die Gewinne seines Unternehmens. Dafür ist er schließlich zuständig. Nicht zuständig ist er unter anderem für die deutsche Buchkultur, lediglich für die Umsätze seiner Konzerntochter „Thalia“. Hierzu äußert sich Kreke prägnant. Zukunftschancen für den Gesamtkonzern sieht er in der Buchbranche, denn der Markt sei dort (atypisch) “fragmentiert“. Was will uns Kreke damit sagen? Er meint, es gäbe einfach zu viele inhabergeführte Buchhandlungen und noch viel Platz für noch mehr Thalia-Filialen. Denn inhabergeführte Betriebe sind Ausdruck eines fragmentierten Marktes und aus seiner Sicht kein Wert an sich. Das darf man anders sehen. Inhabergeführte Betriebe, insbesondere Buchhandlungen, sind Ausdruck einer lebendigen Kultur, eines menschlichen Miteinanders und sorgen (auch beim schlichten Einkauf) für eine persönliche Atmosphäre. Denn jeder Inhaber (in fragmentierten Märkten) hat sein eigenes Unternehmens-Profil und keine Standards, ohne die die Ketten operativ nicht funktionieren.

Zurück zu Krekes und damit Thalias Zukunftsaussichten. Weg mit den kleinen Buchhandlungen, mehr Umsatz (Achtung: Wachstum!) bei Thalia.

Aber eine Kultur, die allein in quantitativen Kategorien denkt, ist nicht imstande, solchen unternehmerischen Aussagen, die auf Vernichtung von Konkurrenz und Vernichtung von Vielfalt gerichtet ist, inhaltlich qualitativ etwas entgegenzusetzen.

Ist der Markt erst de-fragmentiert, sprich monopolisiert, bemerken alle den Kulturverlust, die Verarmung unseres Alltags. Dann ist es zu spät.

Vollzogen ist der Prozess schon längst bei den Bäckereien – durchaus ein Thema, denn Brot ist ein originär deutsches Kulturgut. Längst haben Ketten wie „Kamps“ den Markt „defragmentiert“ und flächendeckend die einst handwerklich geführten Bäckereien verdrängt. „Backlinge“ kommen längst preiswert aus Polen und werden nur noch auf Backtemperatur gebracht. Höhepunkt sind die von ALDI in Aussicht gestellten Backautomaten, bei denen jeder Kunde die Polen-Backlinge selbst genussreif erhitzen darf.

Tröstlich, dass es in Bruchsal noch Bäckereien, wie den „Kircher“ und in Forst wie den „Böser“ gibt, die doch tatsächlich traditionell backen und die Bürger mit hoher Qualität erfreuen. Die breite Masse der Bevölkerung kauft dort allerdings nicht mehr ein – das ist schon quantitativ ausgeschlossen.

Halten wir fest, die von Kreke angestrebte De-Fragmentierung der Märkte führt zur trostlosen Monopolisierung des Handels und zur Verarmung der Kultur – da interessiert das Umsatz-Wachstum von Thalia nur noch Aktionäre.

26
Aug
09

Ein Plädoyer für Minister von Guttenberg

Tja. Der Mann wird zu Unrecht angegriffen, nur weil er die renommierte Kanzlei „Linklater“ damit beauftragt hat, einen Gesetzesentwurf für das Wirtschaftsministerium auszuarbeiten. Nicht, dass es darauf ankäme, dass auch andere Ministerien fleißig renommierte Großkanzleien mit lukrativen Aufträgen bedächten. Nein. Von Guttenberg ist wenigstens ehrlich und das qualifiziert ihn. Während andere Ministerien die Anwalts-Arbeit scheu anonymisierten und deren Gesetzesentwürfe ohne Herkunftshinweise den Parlamentariern zum Abnicken zuleiten, nennt von Guttenberg Ross und Reiter, pardon: Linklater.

Man weiß also bei dem Manne, woran man ist und das ist unter Politikern doch eher selten.

Trotzdem oder gerade deshalb zwingt der Vorgang zum Nachdenken. Was geht da eigentlich vor? Die Gesetze werden immer komplexer, dass diese ein normaler Fachmann ein solches nicht einmal mehr formulieren kann. Ein Abgeordneter, der seinem Wahlvolk gerne verkündet, was er für dieses so getan hat, versteht gleich gar nichts mehr und der Bürger weiß nicht einmal mehr, welche Gesetze wo für was existieren.
Nun werden Gesetze nicht für Fach-Fach-Fachleute gemacht (wenn man vom Honorar einmal absieht), sondern dafür, dass alle Deutsche die deutschen Regeln einhalten.

Damit alles seine Ordnung hat und – aufgepasst! – Gerechtigkeit herrscht.

Davon kann allerdings keine Rede sein. Die FAZ berichtete über den Planfeststellungsbeschluss zur neuen Startbahn beim Frankfurter Flughafen, dass dieser 250.000 (!) Seiten umfasse. Das soll natürlich niemand lesen – kann auch niemand lesen. Früher umfasste ein derartiger Beschluss – gleiche Zeitungs-Quelle – ca. 250 Seiten. Da darf man noch davon ausgehen, dass das jemand zu lesen und zu verstehen versucht hat.

Als Steuerberater habe ich mir daraufhin mal die Mühe gemacht, den ganz normalen Zuwachs an steuerlichen Vorschriften anzusehen. Das Ergebnis ist natürlich dasselbe. Binnen zehn (!) Jahren haben die Vorschriften um runde 30 % zugenommen. Konsequenz ist, dass Steuerberater ohne Zusatz-Fach-Ausbildung schon unterqualifiziert ist. Gerne dürfen wir davon ausgehen, dass die untenstehend abgebildeten Kurven vor 1999 und nach 2008 die gleiche Richtung haben: mehr!

Zunahme der steuerlichen Vorschriften

Noch ein Beispiel gefällig: Die Kreisstraße – also ein völlig anderes Thema – zwischen Zeiskam und Freimersheim. Dieses Sträßlein kreuzt die B 272, die nach Landau führt. Einst genügte eine schmale Einfädelspur um die wenigen Fahrzeuge diese Stelle bewältigen zu lassen. Jetzt musste ein kreuzungsfreier Ausbau her, und, als weiteres Beispiel für unser Wachstumsdenken: Die neue Beschilderung für dieses wegweisende Bauwerk. Genügten dereinst 4 Schilder um den Weg zu weisen, hat die Schilder-Industrie 46 Schilder erzeugt und aufstellen lassen.

Die einzig positive Folge der Beschilderung: Aufträge für alle, „Wirtschaftswachstum“.

Kehren wir zur Gesetzgebung zurück. Auch hier wächst der Schilderwald (=Gebote und Verbote) beständig. Man erinnert sich an parallele Vorgänge: Rodet den Schilderwald und entbürokratisiert die Verwaltung. Nichts davon ist wahr. Die Folge bei der Gesetzgebung ist: Nur irrwitzig spezialisierte Denker erfassen skurrile Gedankengebäude, deren Wichtigkeit sich darin erschöpft, Menschen zu beschäftigen und Wirtschaftsleistung zu generieren.

Verstehen? Dieser einfache Gedanke ist zu einfach, um real zu sein.

Vielleicht ein weiteres. Gesetze erfordern deren Einhaltung, erfordern natürlich auch Rechtsverfolgung. Über dieses erquickliche Thema und deren gesellschaftliche Folgen ein andermal.

26
Aug
09

Warum hat die Stadt Bruchsal nicht das Postgebäude erworben?

Die Post entledigt sich bundesweit ihrer Immobilien. Erste Ansprechpartner sind – trotz Privatisierung der Post – die Vertreter der öffentlichen Hand. Man kennt sich eben schon länger und weiß um seine (kommunal-) politische Verantwortung.

So konnten die erstaunten, d.h. nicht-informierten Gemeinderäte der Stadt Bruchsal vor eineinhalb Jahren der „Bruchsaler Rundschau“ entnehmen, dass OB Bernd Doll das Postgebäude erwerben will, um darin Rathausräume einzurichten.

Das Vorhaben schaffte es zwar in die Zeitung, aber nie in den Gemeinderat. Endgültig. Denn das Gebäude erwarb der Bruchsaler Investor Fränkle, um, unter anderem, dort ein Ärztehaus einzurichten (die BNN berichtete hierüber ebenfalls). Dieses Projekt führte zu Unmut und Verstimmungen, weil parallel der Landkreis ein Ärztehaus am Krankenhaus plant und man sich damit schon ein wenig in die Quere kommt. Das alles hat den (scheidenden) Bruchsaler Oberbürgermeister wenig irritiert.

Er verzichtete auf den Erwerb der Post und damit auf den Erwerb von Räumen, die zum Rathausbetrieb geeignet wären.

Ein durchaus erstaunlicher Vorgang, denn das Post-Areal mit über 3.500 qm Fläche liegt an strategisch wichtiger Stelle der Stadt, zwischen Bahnhof und Innenstadt und war ein Kauf-Muss für die Stadt. Auch wäre zu hinterfragen, zu welchem Preis die Post der Stadt die Immobilie angedient hat. Denn typischerweise verlassen solche Immobilien das Post-Vermögen nicht gerade zu überhöhten Preisen. Offiziell war nicht in Erfahrung zu bringen, was der Investor für den Erwerb aufwenden musste. Aber vielleicht nutzt der Oberbürgermeister seine letzte Sitzung, um den Gemeinderat über seine Beweggründe aufzuklären.

26
Aug
09

Bruchsals SEPA-Projekt: Wo arbeiten die Rathausmitarbeiter künftig?

Das SEPA-Projekt läuft, der Baukran steht, der Rathausumbau steht bevor – und kein Stadtrat weiß, wo die Mitarbeiter künftig wie arbeiten. Der dafür verantwortliche OB geht demnächst in Ruhestand – ein gar köstlicher Zustand.

Aus zuverlässiger Quelle verlautet, dass mit dem Ruhestand des Personalratsvorsitzenden de Bortolie der Personalrat nicht mal eine neue Führung hat. Vielleicht deshalb? Oder wissen die Mitarbeiter irgendwie irgendwas?

Jeder Gemeinderat weiß: Die Stadt hat 1.065 qm Ersatz-Bürofläche im SEPA-Neubau auf dem Marktplatz angeboten bekommen. Dort sollten im Dachgeschoss die Flächen entstehen, die die Stadt braucht, um die im Erdgeschoss des Rathauses wegfallenden Rathausräume zu bekommen.
Hierüber entbrannte im Gemeinderat Streit: Denn die Stadt sollte ursprünglich an die 13 €/qm löhnen. Die CDU setzte wohl durch, dass es nicht mehr als 10 € pro Quadratmeter sein dürfen. Seit dem herrscht auf dieser Baustelle Funkstille. Es ist nur zu hören, dass im Dachgeschoss plötzlich ein Fitnesscenter entstehen soll (siehe den gesonderten Bericht hierüber).

Stadtrat Schmitt diente der Stadt als Ersatz Räume im Siemens Technopark an, die er zu außerordentlich günstigen Konditionen mit Siemens (vor-) verhandelt hat. Dieser Vorschlag wurde offiziell nicht zur Kenntnis genommen – liegt aber jedem Stadtrat vor.

Eine Rückfrage in der letzten Sitzung vor der Sommerpause beantwortete Doll mit der lapidaren Antwort: „Es ist noch nicht ausverhandelt“. Das Ergebnis bekommt wohl der Gemeinderat in der letzten Doll-Sitzung überhaupt zum Abnicken präsentiert.

Das „Bruchsaler Wochenblatt“, immerhin, weiß, wo vorübergehend die Rathausmitarbeiter arbeiten dürfen/sollen/müssen: unter anderem in der Dragonerkaserne – dort stören sie den Betrieb der gescheiterten „International University“ nicht mehr.Aber wo arbeiten die Rathausmitarbeiter endgültig?

Aufschluss geben womöglich Bruchsaler Handwerker, vielleicht der Innenausbauer V. Dieser weiß zu berichten, dass er im alten Postgebäude (siehe den gesonderten Artikel) Räume für modernen Bürobetrieb umbaut: Für die Bruchsaler Stadtverwaltung als kommenden Mieter.

Da gerät man schon ins Schwärmen. Die Stadt kauft die Post nicht und mietet sich für absehbar teures Geld in dieselbe ein. Aber vielleicht wird der Mietvertrag ja ein Schnäppchen? Allerdings muss man wissen, dass Rathausräume nicht mal so vorübergehend angemietet werden. Das geht nur langfristig und rechnet sich zwingend für den Vermieter, denn einen besseren und zuverlässigeren Mieter als die öffentliche Hand gibt es nicht.

Aber noch war’s ja nicht im Gemeinderat.

26
Aug
09

Bruchsals SEPA-Projekt: Ein neuer Gegner hat sich geoutet!

Es geschah auf einer Personalversammlung der Stadt Bruchsal.

Thema: Neue Rathausräume, Umzug (wir berichteten).

Die grummelnden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekamen unerwartet Zuspruch, und zwar von allerhöchster Stelle. Der Bruchsaler Oberbürgermeister, der noch kurz vor Amtsende den SEPA-Grundstein beschriften darf, outete sich als Projekt-Gegner.

Er, so der demnächst Scheidende, würde das Projekt liebend gerne stoppen (: liebe Mitarbeiter!), kann aber nicht. Denn den Beschluss, das Projekt zu bauen, habe der Gemeinderat gefasst und denn könne und dürfe er nicht stoppen.

Na dann!

26
Aug
09

Bruchsals SEPA-Projekt: Warum der Neubau auf dem Marktplatz ein so grosses Dachgeschoss erhält.

Das Denkmalamt hat es bereits massiv beanstandet. Das Dachgeschoss des SEPA-Neubaues auf dem Marktplatz. Durch das dort entstehende Vollgeschoss, so das Denkmalamt, entstünde eine „Schlucht“ zur Stadtkirche hin und, außerdem, bedränge das Dachgeschoss die Dachfläche der Stadtkirche.

Naheliegender Vorschlag: Der Bauherr möge von der Stadt gebeten werden, doch die Fläche dort zu verkleinern und das Geschoss „zurückzunehmen“.

Hierzu äußerte sich Bruchsals Stadtplanungschef Müller lapidar: Geht nicht, brauchen wir. Er wollte damit sagen, dass im Dachgeschoss 1.065 qm Bürofläche für das Rathaus entstünden, die man ohne Wenn und Aber brauche.

Der Leser erinnert sich: In der Ursprungsplanung, ebenfalls vom Denkmalamt beanstandet, sollte eine Brücke Rathaus und Neubau zum Zwecke der Verkürzung der Rathaus-Laufwege verbinden. Diese Brücke wurde sodann feinfühlig weggelassen, nicht jedoch das Dachgeschoss umgeplant, obwohl jetzt dort keine Rathausräume entstehen sollen. Dort soll jetzt ein Fitnesscenter (!) seinen Betrieb aufnehmen.

Wüsste nicht jeder Leser sowieso, dass hier über ein Bruchsaler Bauprojekt geschrieben wird, er wüsste es spätestens jetzt.
Denn wo, außer in Bruchsal, ist es möglich, dass denkmalpflegerische und stadtplanerische Belange außen vor bleiben, nur um ein großes Fitnesscenter zu errichten (wir haben ja kaum welche..).

26
Aug
09

Bruchsals SEPA-Projekt: Auf dem Immobilienmarkt erhältlich!

Erstaunliche Neuigkeiten durften Kenner des Gewerbeimmobilienmarktes zur Kenntnis nehmen. Die SEPA bietet ihr Bruchsaler Projekt auf dem Markte feil.

Wer will, kann es haben. Da staunt der kommunalpolitisch versierte Bruchsaler. Wie geht das denn? Denn der Gemeinderat hat ein Projekt beschlossen, bei dem alles, aber wirklich alles eingetütet war. Von der Planung, über den Bau, die Mieter und den künftigen Eigentümer. Nämlich ein Immobilienfond der bayerischen Landesbank, die allerdings leider derzeit ein wenig schwächelt. Kann das der Grund sein, warum solvente (und risikobereite) Menschen in Bruchsal zugreifen können?

04
Aug
09

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Jürgen Schmitt
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E-Mail: Juergen.Schmitt@Schmitt-und-Auer.de

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